Welche Banken verkaufen Gold?
Die Commerzbank, die Deutsche Bank und die HypoVereinsbank verkaufen physisches Gold an Privatkunden, alle drei nur an eigene Kontoinhaber. Bei Sparkassen und Volksbanken fällt die Antwort je Haus verschieden aus, weil allein die Sparkassen 337 einzelne Institute sind. Was der Kauf kostet, hängt am Ende mehr an der Stückelung als am Namen über der Tür.
Bei Sparkasse und Volksbank entscheidet Ihr Haus
Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband zählt „bundesweit 337 Institute“ mit Stand August 2026 (dsgv.de, abgerufen am 04.09.2026). Entsprechend vorsichtig antwortet das gemeinsame Portal sparkasse.de auf die Frage, ob man dort Gold bekommt: „Ja, je nach Kreditinstitut ist das möglich.“ Preise nennt die Seite an keiner Stelle, sie verweist weiter: „Mehr Informationen und konkrete Konditionen finden Sie bei Ihrer Sparkasse“ (sparkasse.de, Seite „Gold kaufen“, abgerufen am 04.09.2026).
Den Kurs stellt dabei meist eine Landesbank. Die Helaba veröffentlicht ihr Kursblatt zwar öffentlich, schreibt aber dazu: „Auskünfte gegenüber Privatkunden werden seitens der Helaba nicht erteilt. Bitte kontaktieren Sie hierzu Ihr Kreditinstitut.“ Was Ihre Sparkasse obendrauf nimmt, setzt sie selbst fest. Die Sparkasse Nordhorn führt in ihrem Preis- und Leistungsverzeichnis „An- und Verkauf 3,00 %“, die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin schreibt „Die Bearbeitungsgebühr liegt bei 1 % pro Auftrag“ und verlangt für den Direktversand 12,50 Euro je Gattung (beide abgerufen am 04.09.2026).
Die Volksbanken und Raiffeisenbanken lassen das Geschäft von einem Haus aus dem eigenen Verbund abwickeln. Auf vr.de steht dazu: „Kaufen Sie Gold bequem online oder persönlich in der Filiale über unseren Partner Reisebank.“ Konditionen nennt auch diese Verbundseite nicht, und ihr Bundesverband zählt 646 Institute. Was ein einzelnes davon aufschlägt, zeigt die Frankfurter Volksbank: „Zudem fällt bei Edelmetallen ein Abwicklungsentgelt in Höhe von 13,00 Euro pro Warenkorb an“, dazu 5,75 oder 10,75 Euro Versand, gedeckelt bei 14.999,00 Euro (vr.de, bvr.de und frankfurter-volksbank.de, abgerufen am 04.09.2026).
Drei Filialbanken verkaufen selbst
Die Commerzbank vertreibt Goldbarren und Goldmünzen online, telefonisch und in der Filiale, geknüpft an eine Bedingung: „Mit einem Girokonto bei der Commerzbank können Sie unser Edelmetallangebot in Anspruch nehmen.“ Je Kauf berechnet sie 12,60 Euro Abwicklungskosten, die Lieferung an die Wunschadresse kostet zusätzlich 7,90 Euro, die Lieferung in eine Filiale ist versandkostenfrei. Online sind je Tag höchstens 5.000 Euro Gegenwert an die eigene Adresse bestellbar (commerzbank.de, Seite „Gold kaufen“, abgerufen am 04.09.2026).
Die Deutsche Bank nimmt Bestellungen am Schalter entgegen: „In unseren Filialen können Sie über 300 Produkte aus Edelmetallen bestellen“, bis hin zum Kilobarren. Ihr Preisaushang mit Stand vom 15.07.2026 nennt dafür zwei Voraussetzungen und einen Preis: „Nur für Kunden mit einem Girokonto der Deutschen Bank“, „Abgabe und Abholung nur in Filialen mit Kassenservice möglich“ sowie 5,00 Euro je „An- und Verkauf pro Sorte / Edelmetall-Gattung“. Die Auslieferung über eine Filiale ist kostenfrei, die an die Kundenadresse kostet 12,50 Euro und endet bei 25.000 Euro Gegenwert (deutsche-bank.de, Kundenfrage zu Edelmetallen und Preisaushang, abgerufen am 04.09.2026).
Die HypoVereinsbank verkauft „online oder in einer unserer Filialen“ und rechnet über Ihr Girokonto ab. Sie setzt einen „Mindestbestellwert von 500 Euro“ an und liefert bis 5.000 Euro Bestellwert kostenfrei, darüber kostet der Versand 27,50 Euro je Sendung (hypovereinsbank.de, Seite „Gold“, abgerufen am 04.09.2026).
Was der Kauf bei der Bank kostet
Die festen Entgelte sind der kleinere Teil. Der größere steckt im Kurs selbst, denn die Bank verkauft Ihnen ein Stück zu einem Preis und nimmt dasselbe Stück zu einem niedrigeren zurück. Die Commerzbank benennt das auf ihrer eigenen Seite: „Die Differenz zwischen Ankauf- und Verkaufspreis, der sogenannte Spread, umfasst unter anderem Prägekosten sowie Kauf- und Verkaufsgebühren.“ Die Sparkasse Bremen wird deutlicher: „bei Münzen kann die Differenz zwischen An- und Verkaufspreisen zwischen 7 und 30 Prozent betragen“, und weiter: „Diese Nebenkosten werden im Verkaufsfall dem Anleger nicht erstattet bzw. über den Ankaufspreis verrechnet.“ Anlagegold bleibt dabei nach § 25c Abs. 1 UStG umsatzsteuerfrei, Silber und Platin nicht (sparkasse-bremen.de, abgerufen am 04.09.2026).
| Produkt | Bank kauft an | Bank verkauft | Nötiger Anstieg |
|---|---|---|---|
| Goldbarren 1 g | 119,00 € | 140,00 € | 17,6 % |
| Goldbarren 10 g | 1.192,00 € | 1.291,00 € | 8,3 % |
| Goldbarren 100 g | 11.860,50 € | 12.601,50 € | 6,2 % |
| Goldbarren 1.000 g | 119.223,00 € | 124.904,00 € | 4,8 % |
| Krügerrand 1 Unze | 3.669,50 € | 3.862,00 € | 5,2 % |
Die festen Entgelte kommen obendrauf. Wer den Ein-Gramm-Barren für 140,00 Euro online an die eigene Adresse bestellt, zahlt mit 12,60 Euro Abwicklung und 7,90 Euro Lieferung 160,50 Euro und bekommt beim Rückverkauf 119,00 Euro. Der nötige Anstieg liegt dann bei 34,9 Prozent. Beim Kilobarren fallen dieselben 20,50 Euro kaum ins Gewicht, dort bleibt es bei 4,8 Prozent. Gemessen am nötigen Kursanstieg kostet der Weg über die Bank bei der kleinsten Stückelung damit gut das Siebenfache dessen, was er bei der größten kostet.
Die Stückelung wiegt schwerer als das Institut
Am selben Schalter, in derselben Minute, kostet das Gramm Gold im Ein-Gramm-Barren 140,00 Euro und im Kilobarren 124,90 Euro. Das sind 12,1 Prozent Unterschied für dasselbe Metall. Die Bank erklärt den Grund selbst: „Dabei sinken die Prägekosten im Verhältnis zur Gewichtsklasse: Je schwerer der Goldbarren, desto geringer fallen die prozentualen Kosten aus.“ Woraus sich dieser Aufschlag zusammensetzt und wie er sich gegen den Materialwert rechnen lässt, steht auf der Seite zum Aufgeld.
Wenn die Bank weitervermittelt
Die Deutsche Bank vermittelt zusätzlich einen Goldsparplan des Handelshauses Degussa, abgeschlossen wird er dort: „Mit Weiterleitung zu Degussa Goldhandel über den Button ‚zum Angebot‘“. Sie nennt 25 Euro monatlich als Einstieg und eine jährliche Verwahrgebühr von 0,5 Prozent brutto (deutsche-bank.de, abgerufen am 04.09.2026).
Die Commerzbank stellt daneben den Weg über das Wertpapierdepot dar und nennt dafür Edelmetall-ETCs und Goldminenfonds. Steuerlich ist das ein eigener Fall, den die Seite zu Gold-ETCs auseinandernimmt.
Was Sie vergleichen müssen
Vergleichbar wird der Kauf erst über fünf Posten, erhoben für dasselbe Produkt am selben Tag:
- Der Verkaufskurs, umgerechnet auf ein Gramm Feingold statt auf ein Stück.
- Der Ankaufskurs desselben Hauses für dasselbe Stück, weil er die Spanne sichtbar macht.
- Die festen Entgelte je Auftrag und der Versand.
- Laufende Verwahrgebühren, sofern das Metall verwahrt und nicht geliefert wird.
- Die Voraussetzungen, etwa ein Girokonto beim selben Haus oder der Gang an den Schalter.
Die Zahlen oben gelten für ein Institut an einem Abend. Die Commerzbank weist selbst darauf hin, dass ihre Kurse „lediglich informatorischen Charakter“ haben. Wer zwei Anbieter vergleicht, sollte sie in derselben Stunde abfragen.
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